Musisches Gymnasium

Unsere Schule

1: Hintergrund-Namensgeber

Placidus von Camerloher

 

Placidus von Camerloher wurde am 9. August 1718 im oberbayerischen Murnau geboren. Obwohl sein Vater, der den Beruf eines Geschichtsschreibers am Schloss in Murnau ausübte, kein Berufsmusiker war, fühlte sich Camerloher schon früh zur Musik hingezogen. An der Ritterakademie zu Ettal und am Lyzeum der Jesuiten in München bekam er eine umfangreiche musikalische Ausbildung.
Nach einem Theologiestudium empfing Placidus von Camerloher 1744 die Priesterweihe.. Kardinal Johann Theodor, Fürstbischof in Freising, ernannte Camerloher im gleichen Jahr zum Kapellmeister am Hohen Dom und zum Direktor der Hofmusik. Bis zu seinem Tode am 21.7.1782 diente er noch zwei weiteren Freisinger Fürstbischöfen in diesen Funktionen. Begraben wurde Camerloher auf dem Freisinger Domberg in der St. Andreaskirche, die später der Säkularisation zum Opfer fiel.
Camerlohers Musik stand ebenso der zeitgenössischen Kunst Italiens als auch der Mannheimer Schule mit ihren neuartigen expressiven Elementen nahe. Allerdings ging er seinen eigenen Weg und wird in der Musikgeschichte als wichtiger Vertreter des „Empfindsamen Stils“ angesehen, der in der Zeit des Übergangs von barocker Schwülstigkeit zu klassischer Klarheit entstand. Die strenge Satzart barocker Tradition war ihm fremd, spielerische Musizierfreude bestimmen seine Werke. Um 1760 erlangte Camerloher eine solche Berühmtheit, dass seine Kompositionen auch in bedeutenden europäischen Musikzentren wie z.B. Prag, Berlin, Modena oder Paris aufgeführt wurden.
Placidus von Camerloher deckte mit ungeheurer Vielseitigkeit verschiedene Richtungen der Musik ab. Hervorzuheben sind im weltlichen Bereich Opern, Sinfonien und Triosonaten, in der sakralen Musik Messkompositionen, Motetten und auch Passionen.

Sebastian Brand